DividendenJournal

Kapitel 02 · Dividenden-Rechner

Yield on Costüber die Zeit

Deine wahre Dividendenrendite ist nicht die, die heute im Depot steht. Sie ist die, die dein ursprünglicher Kaufpreis in 15 oder 20 Jahren liefert.

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Der Rechner

02

Disclaimer: Reine Modellrechnung. Es gibt keine Garantie, dass ein Unternehmen seine Dividende künftig konstant um den angenommenen Prozentsatz steigert.

Yield on Cost heute (Jahr 1)

3,00 %

Yield on Cost in Jahr 20

10,85 %

Yield on Cost über die Zeit
JahrDividende / AktieYield on Cost
12,403,00 %
22,573,21 %
32,753,43 %
42,943,68 %
53,153,93 %
63,374,21 %
73,604,50 %
83,854,82 %
94,125,15 %
104,415,52 %
114,725,90 %
125,056,31 %
135,416,76 %
145,787,23 %
156,197,74 %
166,628,28 %
177,098,86 %
187,589,48 %
198,1110,14 %
208,6810,85 %

Die vielleicht wichtigste Kennzahl für Buy-and-Hold-Investoren

03

Wenn Anleger nach der „Dividendenrendite" einer Aktie fragen, meinen sie fast immer die aktuelle Rendite – also die Jahresdividende geteilt durch den heutigen Kurs. Diese Zahl steht in jedem Screener, auf jedem Finanzportal, in jedem Broker-Interface. Sie ist einfach zu berechnen und tagesaktuell. Und sie ist – zumindest für langfristig orientierte Dividendeninvestoren – eine der am meisten überschätzten Kennzahlen überhaupt.

Der Grund liegt auf der Hand: Wer eine Aktie fünfzehn Jahre hält, hat sie irgendwann in der Vergangenheit zu einem völlig anderen Preis gekauft. Die Dividende steigt (im Idealfall) Jahr für Jahr, der Einstandskurs hingegen bleibt für dich unverändert. Was passiert dann? Die Rendite auf deinen Einstand – der Yield on Cost – klettert unaufhaltsam nach oben, während die „offizielle" Dividendenrendite am Markt sich kaum verändert, weil der Kurs mit der Dividende mitsteigt.

„Die Aktie kostete 40 Dollar, zahlt heute 4 Dollar Dividende. 10 % Rendite? Ja – für mich."

Ein Rechenbeispiel

Nehmen wir an, du kaufst 2010 eine Aktie zum Kurs von 40 €. Die Dividende beträgt 1,20 € – das entspricht einer Startrendite von 3 %. Das Unternehmen erhöht die Ausschüttung im Schnitt um 7 % jährlich. Nach 15 Jahren liegt die Dividende bei ca. 3,31 € – das sind auf den ursprünglichen Kaufpreis von 40 € nun stolze 8,3 % Yield on Cost. Nach 20 Jahren sind wir bei rund 11,6 %. Nach 25 Jahren zahlt dir dein damaliger 40-Euro-Einsatz jedes Jahr mehr als 16 % Rendite – in Cash, aufs Konto.

Nur: Am Markt wird dieser Effekt fast nie sichtbar. Denn der Aktienkurs ist längst mitgestiegen. Wer die Aktie heute neu kauft, sieht nur die aktuelle Dividendenrendite von vielleicht 2,8 %. Der frühe Investor hingegen sitzt auf einer inflationsgeschützten Cash-Maschine, die für ihn zweistellig ausschüttet.

Warum viele Investoren YoC unterschätzen

Ökonomisch gesehen ist Yield on Cost angreifbar. Kritiker argumentieren zurecht: Kapital ist fungibel. Der Marktwert deiner Aktie liegt heute vielleicht bei 120 €, nicht mehr bei 40 €. Streng betrachtet müsstest du die Ausschüttung auf 120 € beziehen – und würdest dann feststellen, dass du „nur" die marktübliche Rendite erhältst. Wer die 120 € heute verkauft und woanders anlegt, könnte theoretisch dieselbe Rendite erzielen.

Emotional und praktisch ist YoC dennoch die aussagekräftigere Grösse. Erstens, weil sie zeigt, wie brutal produktiv langfristige Positionen tatsächlich sind. Zweitens, weil sie zu einer der ältesten Weisheiten der Kapitalanlage passt: Verkaufe niemals eine gute Position wegen einer optisch niedrigen Rendite.Der Ölmulti, den dein Grossvater 1985 für 8 € gekauft hat, zahlt heute vielleicht 3 € Dividende – das sind 37,5 % YoC. Kein Neuinvestment könnte das je erreichen.

Was der Rechner dir zeigt

Die Kurve im Rechner ist die reine Wachstumsfunktion deines Yield on Cost. Sie ist unabhängig vom Aktienkurs und zeigt ausschliesslich, wie die Ausschüttung auf deinen fixen Einstand zunimmt. Die begleitende Tabelle listet jedes Jahr einzeln auf – so kannst du auf einen Blick erkennen, wann eine Aktie den entscheidenden Kipppunkt erreicht, ab dem sie „ein eigenes Gehalt" verdient.

  • Jahr 1–5: lineare Phase, kaum spürbarer Effekt.
  • Jahr 5–15: der Zinseszins beginnt zu greifen, YoC verdoppelt sich in der Regel.
  • Jahr 15–25: exponentieller Zuwachs, YoC vervier- bis versechsfacht sich.
  • Jahr 25+: Sättigungsphase mit weiterhin steigender Ausschüttung – hier zahlst du dir dein Investment quartalsweise selbst zurück.

Praktische Konsequenzen

Wer den YoC-Gedanken ernst nimmt, wird selbstverständlich patienter. Er wird bei kurzfristigen Kursschwankungen ruhiger, weil die Ausschüttung – die eigentliche Ertragsgrösse – von Kursen nur indirekt beeinflusst wird. Er wird beim Kauf sorgfältiger, weil ein einmal fixierter Einstandskurs 20 Jahre lang die Grundlage aller künftigen Renditen bildet. Und er wird toleranter gegenüber vermeintlich „langweiligen" Titeln, die Jahr für Jahr solide 5 – 7 % Dividendenwachstum liefern.

Wenn du das Ergebnis dieses Rechners in Kombination mit unserem Wachstumsrechner betrachtest, verstehst du den zweiten Hebel: Nicht nur der YoC einer einzelnen Aktie wächst – auch die Anzahl deiner Aktien im Depot wächst, wenn du die Ausschüttungen reinvestierst. Beides multipliziert sich. Für die Netto-Betrachtung im Steuerkontext lohnt sich zusätzlich der Dividendensteuerrechner.

Häufige Fragen

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Yield on Cost (YoC) beschreibt die Dividendenrendite bezogen auf den ursprünglichen Kaufpreis einer Aktie – nicht auf den aktuellen Kurs. Die aktuelle Dividendenrendite (Current Yield) hingegen bezieht sich immer auf den heutigen Marktpreis. Für Buy-and-Hold-Investoren ist YoC die aussagekräftigere Kennzahl, weil sie sichtbar macht, wie sich eine Position im Zeitverlauf tatsächlich verzinst.