Kapitel 03 · Dividenden-Rechner
Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Sparerpauschbetrag – korrekt kombiniert, damit du weisst, welcher Betrag tatsächlich auf deinem Konto landet.
Disclaimer: Unverbindliche Modellrechnung nach aktueller Rechtslage (Stand 2026), keine Steuerberatung. Bei Unsicherheit einen Steuerberater konsultieren.
Netto-Auszahlung
1.736,25 €
Steuerfreier Anteil
1.000,00 €
Steuerpflichtig
1.000,00 €
Abgeltungssteuer (25%)
250,00 €
Solidaritätszuschlag (5,5%)
13,75 €
Steuern gesamt
263,75 €
Deutschland besteuert Kapitalerträge seit 2009 pauschal mit dem sogenannten Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent. Anders als bei Löhnen oder Selbständigen-Einkommen ist es dabei egal, ob du 30.000 € oder 300.000 € im Jahr verdienst – auf Dividenden, Zinsen und Kursgewinne aus Wertpapieren gilt derselbe Satz. Ergänzt wird die Abgeltungssteuer durch den Solidaritätszuschlag, der zwar für die meisten Lohnempfänger seit 2021 entfallen ist, für Kapitalerträge jedoch weiterhin voll erhoben wird. Wer zusätzlich Mitglied einer steuerberechtigten Kirche ist, zahlt Kirchensteuer.
„Der einzige Weg, wie der Staat schneller reich wird als du: bei den Steuern."
Rechnet man alles zusammen, ergibt sich eine reale Gesamtbelastung von ungefähr 26,375 %ohne Kirchensteuer, 27,82 % mit 8 % Kirchensteuer und 27,99 % bei 9 % Kirchensteuer. Bezogen auf 1.000 € Bruttodividende bleiben also – nach Ausschöpfung des Sparerpauschbetrags – zwischen 720 € und 736 € netto übrig. Genau das rechnet dieser Rechner in Echtzeit.
Bevor überhaupt Steuern fällig werden, dürfen 1.000 € Kapitalerträge pro Person steuerfrei vereinnahmt werden (2.000 € bei Zusammenveranlagung). Dieser Sparerpauschbetrag wurde 2023 von den historischen 801 € auf die heutigen 1.000 € angehoben und gilt für alle Kapitalerträge zusammen – nicht separat pro Konto. Wichtig: Er greift nur, wenn du bei deiner Bank einen Freistellungsauftraghinterlegt hast. Ohne Antrag zieht das Institut Abgeltungssteuer ab, auch wenn du unter dem Freibetrag bleibst. Der Rechner zeigt dir sofort, wie viel deiner Bruttodividende steuerfrei bleibt und wie viel in die eigentliche Besteuerung geht.
Der erste Fehler ist der klassische Freistellungsauftrag ohne Übersicht: Wer bei mehreren Brokern investiert, verteilt seinen Freibetrag falsch und lässt entweder Freistellung bei Broker A ungenutzt oder überzieht bei Broker B. Der zweite Fehler betrifft die Günstigerprüfung. Wer als Rentner oder Studierender ohnehin einen persönlichen Einkommensteuersatz unter 25 % hat, kann in der Steuererklärung eine Günstigerprüfung beantragen und so einen Teil der Abgeltungssteuer zurückerhalten. Der Rechner berechnet für dich stets den ungünstigen Fall (voller Abgeltungssteuersatz) – die Realität ist für einige Anleger sogar besser.
Wer ein Dividendendepot aufbaut, sollte immer in Nettobeträgen planen. Eine Zieldividende von 30.000 € jährlich klingt gut, bedeutet aber bei einem Single ohne Kirchensteuer eine tatsächlich verfügbare Ausschüttung von rund 22.088 € – der Rest fliesst über die Bank direkt ans Finanzamt. Für die reine Wachstumsberechnung deines Depots eignet sich unser Wachstumsrechner deutlich besser – er arbeitet bewusst auf Bruttoebene, damit die Zinseszinsmechanik sauber sichtbar wird. Erst wenn du die Bruttowerte kennst, macht der Steuerrechner Sinn: Er wandelt die Prognosen in tatsächlich konsumierbares Netto um.
Der Rechner ist bewusst schlank. Er berücksichtigt keine Quellensteuer aus Auslandsdividenden, keine Teilfreistellung bei Fonds, keine Verlustverrechnungstöpfe. Für die meisten deutschen Direktanleger, die überwiegend europäische Aktien im Depot haben und die Grundsystematik verstehen wollen, ist das exakt der richtige Detailgrad. Wer ein internationales, komplexes Portfolio führt, sollte darüber hinaus zwingend einen Steuerberater konsultieren – gerade bei der Anrechnung ausländischer Quellensteuern und bei Fonds mit ausschüttenden und thesaurierenden Anteilen zugleich.
Kombiniere den Steuerrechner mit dem Yield-on-Cost-Rechner, wenn du sehen willst, wie sich deine tatsächliche Nettorendite auf den ursprünglichen Kaufpreis entwickelt. Ergebnis: Ein guter Dividendentitel liefert selbst nach 26,375 % Steuerabzug nach 20 Jahren zweistellige Nettorenditen auf den Einstandskurs. Das ist der eigentliche Grund, warum sich Geduld hier so extrem auszahlt.
Dividenden werden mit der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % besteuert. Darauf fällt zusätzlich der Solidaritätszuschlag von 5,5 % (der Soli wurde für Kapitalerträge nicht abgeschafft) an. Wer kirchensteuerpflichtig ist, zahlt zusätzlich 8 % (Bayern, Baden-Württemberg) oder 9 % (übrige Bundesländer) Kirchensteuer. In der Summe ergibt das eine Steuerbelastung zwischen 26,375 % (ohne Kirche) und rund 27,99 % (mit 9 % Kirchensteuer).
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